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Ist die klassische Anzugmode noch aktuell??Allen Moden gemeinsam ist die Tatsache, daß ihre ersten und ihre letzten Vertreter komisch sind.? Sigmund Graff (1898-1979), dt. Schriftsteller u. Bühnenautor Mode kann eine frustrierende Angelegenheit sein. Wenn wir uns im Bereich der Freizeitgarderobe umsehen, so fällt zunächst auf, dass nichts bleibt, wie es war. Jede Saison ändern sich die Trendfarben, die Schnitte und Muster. Und so manches, was letztes Jahr ein absolutes Must-Have war, kleidet heute schon nicht mehr gut genung, um sich damit auf die Straße zu wagen. Zum Glück gibt es im Bereich der Geschäftskleidung einigen Richtlinien, die sich wenn überhaupt, dann nur sehr langsam ändern. Meist wird daraus gefolgert, wer sich wirklich klassisch kleidet, habe sich vom Diktat der Mode befreit. Dabei sind die Anzüge, die wir heute als allgemeine Businessuniform kennen, noch gar nicht so traditionell, wie es den Anschein hat. Noch bis ins Ende des 19. Jahrhunderts war es üblich, zum Gehrock oder Frack eine andersfarbige Hose zu tragen. Erst ab ca. 1930 setzte sich auch bei formellen Anlässen der einfarbige Anzug durch. Etwa gleichzeitig wurde er Standard in den Büros und Besprechungsräumen. Und doch: ein klassischer Anzug wirkt elegant. Wenn gewisse Regeln eingehalten werden und der Anzug zum Körperbau passt, sitzt er und verleiht seinem Träger eine Aura des Erfolges. Das dahinter stehende Prinzip ist einfach: Einzig Typ und Körperproportionen bestimmen die Kleidungswahl eines Gentleman, nicht der Verlauf von Modetrends. So sei es etwa für große Männer wichtig, wagerechte und diagonale Linien mit Revers und Gürtel aufzubauen, des kleinen Mannes, die Senkrechte zu betonen. Heutige Designer nehmen letzteres übrigens mit dem Trend zur schmalen Krawatte wieder auf. Die Schneider der Savile Row verstanden es, aus dieser Einstellung eine hohe Kunstform zu machen. Der klassisch britische Anzugstil konnte in höchster Vollendung nur einer der Maßschneider sein, denn perfekter Sitz bei jeder Körperform ist von der Stange schwer zu erreichen. Manchmal waren einfach praktische Erfordernisse entscheidend. So war die Weste nicht verzichtbar, da man die Hosenträger verstecken musste. Und einen Gürtel, der womöglich die Hose einschnürt oder rutscht, würde der echte Fan des Bespoke-Stils niemals tragen. Selbst bei den Kragenformen des Hemdes (natürlich mit Doppelmanschette) dominieren klassische Formen wie der Kentkragen. Nun, ein solcher Anzug hat nicht nur die Aufgabe, elegant auszusehen. Er zeigt vor allem, dass sein Träger sich der Stilkonventionen bewusst ist und ein Auge für Proportion oder einen guten Schneider hat. So gesehen hat die Mode tatsächlich keinen Platz mehr in der Business-Uniform. Das Signal ist vielmehr: Ich gehöre dazu und weiß, was sich gehört. In einem konservativen Büroumfeld ist das zumeist genau die richtige Ausstrahlung. Leider wirkt man damit schnell ein wenig altbacken. Nicht überall ist dieses enorm konservative Image angebracht. Und so nahm die Mode schließlich auch die letzte Bastion des Klassischen, den Herrenanzug, im Sturm. Italienische Schneider begannen mit eleganten Schnitten, Modemacher zogen nach. Moderne Anzüge betonen Körperformen und ergänzen sich mit anderen Kleidungsstücken. Vieles hat sich geändert. Selbst den klassischen Anzug können Sie dezent modernisieren, ohne seine Eleganz zu opfern. Bei der Wahl des richtigen Hemdes zum Beispiel ist der Mann von heute sehr viel freier. Neben dem klassischen Weiß sind Pastelltöne wie Rosé oder Flieder möglich, Hellblau sowieso. Sind Sie mutig, greifen Sie zur absoluten Modefarbe des kommenden Winters: Türkis. Dennoch: im Businessbereich sollte ein Hemd immer heller als die Krawatte sein. Auch bei der Krawatte sind sie nicht mehr an Businessstreifen gebunden. Versuchen Sie doch einmal eine einfarbige Krawatte lila oder Krawatte schwarz. Auch bei den Manschettenknöpfen gibt es inzwischen mehr Auswahl als die Entscheidung zwischen Gold und Silber. Riskieren Sie ruhig etwas Farbe. Auch wenn der Anzug nicht aus der Mode kommen wird, manche seiner begleitenden Accessoires sind es schon. Hosenträger zum Beispiel, auch wenn ihre Befürworter immer noch wettern, sie seien die einzige Möglichkeit für einen Gentleman. Auch die Weste ist heute nicht mehr unbedingt erforderlich. Und einen Anzug aus grauem Flanell sollten Sie auch vermeiden, wenn Sie noch nicht im Rentenalter stehen. Wichtig ist und bleibt: ein wirklich gut sitzender und passender Anzug wird nie aus der Mode kommen, wenn es der richtige Anzug für Sie ist. So gesehen ist er wirklich ?Permanent Fashion?. Beim Drumherum jedoch dürfen Sie nicht nur modisch variieren, Sie sollten es auch. Denn schließlich wollen Sie wie ein kultivierter Mann von heute wirken ? und nicht wie ein Relikt aus der Gründerzeit. Hier können Sie im Blog weiterlesen.. 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Ist die klassische Anzugmode noch aktuell?










