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erstellt von: fox123, am 27.09.2010 11:09, Clicks: 1450

Unterwäsche

Oben Hui, unten Pfui?

Der durchschnittliche deutsche Mann gibt im Jahr etwa 350,00? für Kleidung aus. Das ist im europäischen Vergleich ein enorm niedriger Wert. Wird doch etwas investiert, dann zumeist in Schuhe oder Anzüge. Mancher gönnt sich vielleicht noch ein gutes Hemd oder einen Satz edler Manschettenknöpfe. Doch wann haben Sie das letzte Mal Geld für Unterwäsche ausgegeben?

Da stapelt sich in manchem Kleiderschrank eine unübersehbare Menge an ausgeleierten T-Shirts, Unterhosen mit kaputtem Gummizug und weißen Tennissocken. Bei manch einem besteht, was einmal dichtgewebter Feinripp war, inzwischen nur noch aus einzelnen Fasern. Statistiken fördern zudem Erschreckendes zu Tage: nur 62% der Männer wechseln täglich ihre Unterwäsche. So hat es das Offenbacher Marplan-Institut herausgefunden. Zu allem Überfluss nimmt ab einem gewissen Alter die Zahl sogar noch weiter ab.

Dabei muss derartiges nun wirklich nicht sein. Die Vielfalt an Herrenunterwäsche ist so groß wie nie zuvor. Hatte der Mann vor ein paar Jahrzehnten noch die Wahl zwischen langer und kurzer Feinrippunterhose, so sollte inzwischen für jeden Geschmack etwas zu finden sein.

Da die Socken als Teil des Outfits sichtbar werden, sind sie hier ein wenig außen vor. Sie sollten stets zu den Schuhen und der Hose passen. Besser noch als kurze Socken sind Kniestrümpfe, denn nur dann ist gewährleistet, dass nicht aus Versehen beim Hinsetzen eine blanke Wade hervorblitzt.
Weiße Tennissocken galten einer ganzen Generation als Sinnbild maximaler Praktikabilität. Modisch waren sie hingegen schon immer problematisch. Tragen Sie sie bedenkenlos auf dem Tennisplatz. In einem Businessoutfit oder gehobener Freizeitgarderobe haben sie nichts verloren.

Bei Unterhosen hingegen hat man die Qual der Wahl. Manch einer schätzt den festen Sitz des klassischen Slips mit oder ohne Eingriff. Der ist schon lange nicht mehr nur in Feinripp erhältlich. Baumwollstoffe sind hier jedoch nach wie vor klar ihrer synthetischen Konkurrenz erlegen. Oftmals wird auch Lycra beigemischt, damit der Slip enger sitzt. Der Slip hat einen enormen Vorteil gegenüber den locker geschnittenen Boxershorts: es wölbt sich kein knitternder Stoff, und die Unterhose drückt sich auch bei einer engen Hose nicht ab.

So sehr Sie diesen enegn Sitz auch schätzen mögen: lassen Sie die Finger von Tangas oder gar Strings. Während beides bei einer attraktiven Frau interessant wirken kann, ist es unter einer Herrenhose einfach nur albern. Schlißelich wollen Sie ja nicht, dass die Dame Ihres Herzens, wenn es denn intimer wird, angesichts Ihres Leopardenstrings in Lachkrämpfe ausbricht.

Die eingefleischten Fans der Shorts werden die technischen Vorzüge des Slips natürlich nicht überzeugen. Sie schwören auf die lockere Passform der Boxershorts, die ihren Träger nicht einengen. Entstanden ist dieses Modell übrigens aus der Sommeruniform amerikanischer Infanteristen. Als Modeartikel wurde sie schon bald mit den abenteuerlichsten Drucken versehen. Leider tendiert sie dazu, in engen Hosen aufzubauschen und so sichtbar zu werden. Der Vorteil der Boxershorts: man kann sie aus beliebigem Stoff (beliebt sind Hemdenstoffe) maßschneidern lassen, was mit Slips zumindest sehr kompliziert ist.

Ein Kompromiss hierzu sind die gerade bei jüngeren Trägern zu findenden Retro-Shorts. Im Prinzip sind sie einfach eng anliegende Shorts, die die Länge der Boxers mit der Passform des Slips verbinden.

Das klassische Feinrippunterhemd ist zwar immer seltener zu sehen, wird aber mangels Alternative oft noch zum Businessoutfit empfohlen. Einerseits spricht viel dafür, unabhängig von der Temperatur ein Unterhemd zu tragen. Man schwitzt nicht so schnell das Hemd durch, was gerade im Sommer sonst extrem schnell passieren kann. Andererseits ist unter einem Businesshemd das Unterhemd meist gut zu sehen. Nicht zuletzt deshalb ist es ein wenig aus der Mode gekommen.

Der Versuch, statt dessen ein T-Shirt zu tragen, löst das Problem nur teilweise. Denn auch hier setzt sich deutlich der Ärmel ab, und bei offenem Hemdkragen ohne Krawatte ist es zudem überdeutlich sichtbar. Letzteres Problem lässt sich allerdings durch einen V-Kragen minimieren.

Inzwischen reagieren die ersten Hersteller und bieten unsichtbare Unterhemden an. Sie sind entweder hautfarben und enganliegend, oder sie haben einen tiefen V-Kragen und keine Ärmel. Damit sind sie unter einem Businesshemd tatsächlich nicht zu sehen.

Setzen Sie bei Ihrer Unterwäsche vor allem auf Bequemlichkeit. Sie müssen sich darin wohlfühlen. Deshalb sind Naturfasern wie Baumwolle die bessere Wahl, wenn Sie nicht sogar spezielle Funktionsunterwäsche bevorzugen. Diese High-Tech-Gewebe finden Sie vor allem in Fachgeschäften für Outdoorbekleidung. Sie lohnen sich allerdings nur, wenn Sie extrem schwitzen oder eine Mount-Everest-Besteigung planen.

Egal, wofür Sie sich auch entscheiden: die beste Unterwäsche ist nur dann gut, wenn sie regelmäßig gewechselt wird. Wenn nicht, verhelfen Ihnen weder Streifenkrawatte noch Einstecktuch zu einer gepflegten Wirkung.


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