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Wie eine Krawatte entstehtAm Anfang war das Material. Bei guten Krawatten ist dies üblicherweise Seide. Also führt uns die Spurensuche entlang der Seidenstraße nach Osten. Seit dem 3. Jahrtausend vor Christus wurde in China bereits Seide gesponnen und verarbeitet. Schon die Griechen, später auch die Römer handelten mit diesem Luxusgut, schließlich kontrollierten arabische Kaufleute die Seidenstraße, auf der das edle Gewebe über Samarkand, Isfahan und Herat gen Westen transportiert wurde. Seide wurde, da die Chinesen ein Monopol darauf hatten, in Europa im Mittelalter mit Gold aufgewogen. Doch mit der Zeit etablierte sich auch in Italien, vor allem in Lucca und Venedig, eine bedeutende Seidenindustrie. Die Seide besteht aus den Kokons des Seidenspinners (Bombyx mori). Die Raupen spinnen sich in ihre Kokons ein. Mit Wasserdampf oder Heißluft werden die Larven dann abgetötet und die Kokons eingeweicht. Dabei löst sich der Seidenfaden, der nun noch durch Kochen in Seifenwasser entschält werden muss. Während dieser Behandlung erhält er seien charakteristischen Glanz. Nur ein Bruchteil dieses Fadens ist für die Seidenproduktion verwendbar und wird mehrfach zu Seidengarnen verzwirnt. Die Hauptlieferanten für hochwertige Seidengarne sitzen nach wie vor in China, teils auch in Japan. Die Garne werden nun verwebt. Seit Erfindung des Jacquardwebstuhls durch Joseph-Marie Jacquard 1805 war es nun möglich, die einzelnen Kettfäden des Gewebes einzeln mittels einer Lochkartensteuerung anzuheben. Damit konnte man Muster und sogar Strukturen einarbeiten. Nicht umsonst sind Streifendekore der Klassiker unter den Krawattenmustern: Sie lassen sich am einfachsten einweben. Aber inzwischen sind selbst filigrane Paisleys kein Problem mehr für moderne Webstühle. Die heutige Form der Krawatte geht auf den New Yorker Schneider Jesse Langsdorf zurück, der auch zuerst auf die Idee kam, den Stoff diagonal im 45-Grad-Winkel zur Laufrichtung zu verarbeiten. Dadurch verteilt sich der Zug optimal, und die Krawatte verdreht sich nicht. Zugeschnitten wird die Krawatte mit Hilfe von Schablonen. Die weitere Verarbeitung erfolgt bei hochwertigen Krawatten immer noch per Hand. Passend zur Außenseite aus Seide wird eine Einlage ? zumeist aus Baumwolle oder Wolle, Nur wenn diese wirklich exakt zugeschnitten ist, erhält die Krawatte ihre stabile Form und hohe Elastizität. Bei manchen traditionellen britischen Krawatten ist dieses Futter eine schwere Wolleinlage. Eine solche Krawatte sitzt perfekt, macht aber aufwändige Krawattenknoten etwas schwieriger. Nun wird die Krawatte von Hand in die endgültige Form gelegt. Stecknadeln verhindern ein Verrutschen, während die Krawatte vernäht wird. An der Innenseite des breiten Endes bleibt so ein hervorstehender Faden zurück ? Ziehen Sie ihn niemals heraus, oder Sie haben Ihre Krawatte in Einzelteilen in der Hand! Mittels Dampf wird die Krawatte schließlich noch behutsam geglättet, und schon ist sie bereit, einen Männerhals zu zieren. Nur das Etikett und gegebenenfalls manchmal eine kleine Schlaufe werden nun noch eingenäht. Selten und besonders arbeitsaufwändig sind die sogenannten ?Seven-fold-ties?. Statt aus Seidenstoff und Einlage bestehen diese meist recht kostspieligen Krawatten aus einem einzigen quadratischen Seidentuch, das in aufwändiger siebenfacher Faltung auf Krawattenform gebracht wird. Weitere interessante Blogartikel können Sie hier nachlesen.. Krawattenstoffe für Anfänger Kleine Literaturgeschichte der Krawatte Die Hochzeit - Bräutigam und Trauzeugen (Teil1) Die Hochzeit - Bräutigam und Trauzeugen (Teil 2) Unterwäsche Die Aufbewahrung von Bargeld
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Wie eine Krawatte entsteht










