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Nostalgie kann ja eigentlich eine schöne Sache sein. Egal zu welcher Zeit oder in welchem Land man die Massen befragt, stets sind sich vor allem die Älteren einig: Früher war alles besser. Das Gras war grüner, die Lebensmittel billiger, die Musik interessanter... Die Liste lässt sich endlos fortsetzen. Und,was noch interessanter ist, diese Klage lässt sich bis in die Antike zurückverfolgen.
Auch im modischen Bereich wird gerne nach hinten geschaut. So wird gerne gegen zu kurze Röcke oder zu bunte T-Shirts gewettert, und der konservative Teil der Herrenmode-Szene neigt gerne zu der Einschätzung, dass die Herrenmode gegen Ende der 60er auf ihrem Höhepunkt angekommen war und alles, was sich danach noch veränderte, eine geschmackliche Entgleisung war – selbst wenn es nur um zu viel Farbe bei der Krawatte geht.
Und doch: das modische Paradies war nicht so schön, wie mancher im Nachhinein gerne glauben möchte. Schon ein Blick in alte Fotoalben kann schockierend sein. Outfits, die man teils nur als geschmacklos bezeichnen kann – die aber damals der Inbegriff von Mode waren. Viele dieser Modesünden sind heute zu Recht am Aussterben. Hier also die Hitliste der Kleidungsstücke, denen keiner nachweint.
Was das ursprünglich nur für den Sport bestimmte Kleidungsstück in den 80'ern auf die Straße brachte, lässt sich nur schwer nachvollziehen. Prinzipiell ist beim Sport eine Kombination aus lockerer Hose und passender Jacke ja auch eine gute Idee. Weshalb das gute Stück dann allerdings in schreiend bunten Farben daherkommen musste, und vor allem im aufgebauschten Hochglanz-Look, ist die Frage. Denn zu ernsthafter sportlicher Betätigung ist ein solcher Anzug nur sehr eingeschränkt geeignet. Vor allem wenn er, wie in Teilen der Hiphop-Szene zeitweise üblich, oversized geschnitten ist. Der bauschige, flatternde Stoff geht beim Aufwärmen noch in Ordnung, ist sonst aber her hinderlich. Bequem? Nicht wirklich. Die Geschmacklosigkeit fängt aber erst an, wenn man das Teil nicht in der Sporthalle, sondern auf der Straße trägt. Glücklicherweise ist heutige Sportbekleidung pragmatischer und weniger auffällig – auch wenn man beim Sport kaum um einen guten Trainingsanzug herumkommen wird, die Ballonseide (welcher Euphemismus für das schnöde Nylongewebe) hat sich überlebt.
Ein Blick in alte Fernsehaufnahmen ist interessant. Vor allem in den 90er Jahren war, wenn es um Anzüge ging, offenbar alles erlaubt. Violett, Grün und Weinrot waren die bevorzugten Farben. Das Jackett dann auch gerne als Kombination mit schwarzer Hose. Während all das je nach Farbton unter Umständen noch gut aussehen kann (, wenn es auch mit klassischer Herrenmode nichts zu tun hat), gingen manche noch eine Stufe weiter und griffen zu leuchtender Farbe. Gelb war eine Zweit lang besonders beliebt, vor allem ein undefinierbarer Farbton zwischen Senf und Curry. Das gibt zum einen keinen nennenswerten Kontrast zum eher hellen Hemd, zum anderen ist es fast unmöglich zu kombinieren. Zudem gibt es nur wenige Menschen, die großflächig senfgelb tragen können, ohne darin bleich zu wirken. In Kombination mit dunkler Hose wirkt der Körper zudem geradezu in der Mitte zerschnitten. Alles in allem kann man sagen: dieser Klassiker ist zu Recht verschwunden. Und doch: ist der Ton nicht ganz so Currygelb, sondern etwas heller, kann das Jackett im Einzelfall etwas haben. Allerdings nur bei sonnengebräunter Haut. Denn dann hat es einen Hauch von Freizeit-Eleganz, der eine brauchbare Alternative darstellen kann, wenn der zweireihige Navy-Blazer zu viel wäre. Aber bitte als leichtes Leinen- oder Seersuckersakko. Gerne mit farbigem Hemd und dezentem Einstecktuch. Im Winter sollte das gute Stück im Schrank bleiben.
Sie gehörten zu den goldenen 80ern wie die Musik von Madonna oder die unermessliche Flut von Aerobic-Videos. Und genau aus dieser Ecke kamen die enganliegenden Hosen auch ursprünglich - Sportbekleidung, nicht für die Straße gedacht. Was bei den kunstvollen Verrenkungen zur Musik noch in erster Linie praktisch war, wurde, ähnlich wie der Trainingsanzug, zum Modetrend. Das junge, sportliche Image des Outfits aus überlangem T-Shirt und bunten Leggins verhalf ihnen auch als Straßen- und Disco-Bekleidung zum Durchbruch. Gerne kombiniert mit jenen ach so trendigen weißen Frottee-Schweißbändern. Was bei einer jungen, durchtrainierten Sportlerin manchmal noch einigermaßen erträglich aussieht, ist spätestens dann unmöglich, wenn man sich als Mann in solche Kreationen wirft. Der männliche Körperbau ist einfach nicht dafür geschaffen. Also Finger weg von den engen Hosen, es sei denn, Sie sind Radrennfahrer.
Und damit ist die Palette der modischen Grausamkeiten leider noch lange nicht ausgeschöpft. Aber mehr davon im zweiten Teil.
Witzige Spielereien Permanent Fashion für Anfänger Abendgarderobe und Accessoires Mode, der keiner nachweint - Teil 2
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