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erstellt von: krawatten, am 14.07.2011 16:35, Clicks: 700

Kleidung kaufen: Sparen oder Investieren?

Die teuersten Kleider sind die, die man nicht trägt.

(Sprichwort)

 

Es ist immer wieder interessant, was so alles zum Vorschein kommt, wenn man erst einmal beginnt, seinen Kleiderschrank aufzuräumen. Neben einer Vielzahl von nicht mehr tragbaren Kleidungsstücken („die kann man doch noch stopfen!“) und Stücken unbekannter Herkunft („so einen Pullover habe ich doch noch nie gehabt...“) findet sich so manches Mal das ein oder andere wahre und vor allem teure Schmuckstück. Und oft genug ist es fast ungetragen.

 

Ohne Zweifel hat Spitzenqualität ihre Vorteile, und gute Kleidung ist eine Investition. Da aber wohl niemand von uns wirklich ein unbegrenztes Budget für seine Garderobe zur Verfügung hat, sind wir im Normalfall gezwungen, Prioritäten zu setzen. Die große Frage ist also: wie schafft man es, auszusehen wie eine Modeikone und trotzdem noch etwas Geld im Portemonnaie zu behalten?

 

Nun, machen wir uns nichts vor. Für einen guten Anzug muss man etwas Geld ausgeben. Und ein billiger Anzug sieht im Normalfall auch so aus. Daher ist er ein Kleidungsstück, an dem Sie nicht zu heftig sparen sollten. Denken Sie daran: immer wenn Sie im Anzug auflaufen, wollen Sie entweder festlich wirken oder professionell. Und immer dann ist dieser Anzug Ihre Visitenkarte. Entscheiden Sie sich also für ein klassisches Modell aus gutem Stoff, vorzugsweise feiner Schurwolle. Es lohnt sich, das gute Stück hinterher noch beim Änderungsschneider anpassen zu lassen, wenn Sie nicht gleich auf Maßanzug oder Maßkonfektion setzen.

 

Auch bei Accessoires lohnt es sich, etwas Geld anzulegen. Nicht nur dass es, verglichen mit anderen Kleidungsstücken, vergleichsweise kleine Summen sind, um die es hier geht. Ein edles Einstecktuch oder eine elegante Armbanduhr können Ihr Outfit völlig verwandeln. Noch effektiver ist ein wirklich schönes Paar Manschettenknöpfe. Allerdings können Sie es nicht immer und zu jedem Outfit tragen. Bei besonderen Anlässen sind sie aber perfekt.

 

Auch an einem Mantel oder einer Jacke sollten Sie nicht unbedingt zu sehr sparen. Denn der Mantel ist das einzige Kleidungsstück, das viele Menschen, denen Sie am Tag begegnen, zu sehen bekommen. Dieser Herausforderung sollte das Teil schon gewachsen sein. Es muss ja gar nicht mal immer Kaschmir sein (Obwohl – wer einmal einen Kaschmirmantel getragen hat, weiß, wieso der immer noch ungeschlagen ist). Schurwolle tut es auch. Vermeiden Sie nur auffällige Farben.

 

Manche Ratgeber, wie etwa James Bassils „Style Bible“, empfehlen, an der Krawatte zu sparen. Schwer nachvollziehbar, denn die Krawatte prägt den gesamten Look. Wenn es dann ein Polyester-Binder in zu grellen Farben ist, kann auch der beste Anzug nichts mehr retten. Zumindest wenn es um förmlichere Kleidung geht, ist das einzig sinnvolle Material für Krawatten nach wie vor Seide. Wenn nicht, sollte die Krawatte wenigstens so aussehen als ob.

Wenn Ihnen Seidenkrawatten mit geschmackvollen Mustern (im Geschäftsleben normalerweise Streifen) beim Herrenausstatter zu teuer sind, können Sie im Internet schon für 10 – 20 Euro eine handvernähte Seidenkrawatte finden. Manchmal sogar noch günstiger, wenn Sie Glück haben.

 

Sparen können Sie an Socken. Und im Prinzip auch an Unterwäsche, letzteres aber nur so lange Ihre Partnerin nicht protestiert. Das heißt nun nicht, dass Sie diese Kleidungsstücke tragen sollten, bis sie auseinanderfallen und nur noch aus Löchern bestehen, ganz im Gegenteil. Aber dichte schwarze Baumwollstrümpfe sind dichte schwarze Baumwollstrümpfe. Und ob die nun ein paar Euro oder ein Monatsgehalt gekostet haben, merkt kein Mensch. Vermeiden Sie einfach auffällige Markenlogos. Die finden sich nämlich inzwischen leider in allen Preisklassen.

 

Wichtigstes Spar-Gebot aber ist und bleibt: kaufen Sie nur Kleidungsstücke, die Sie mögen, die Sie tragen können und die Ihnen stehen. Wenn Sie einen Designeranzug für den halben Preis bekommen, aber niemals tragen, haben Sie zu viel bezahlt.


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